Vor- und Frühgeschichte

Als in der Nordpfalz noch Haie schwammen ...

Spuren der Urgeschichte unserer Region 

Die Urgeschichte unserer Region begann am Ende des Erdaltertums (Paläozoikum), als die Kontinentalmassen der Nord- und Südhalbkugel in Äquatornähe kollidierten und sich zu dem Superkontinent Pangaea vereinten.

Am Ort des Aufeinandertreffens schoben sich die Kontinentalplatten übereinander und es entstand ein Gebirge, die Varisziden, das sich quer über Europa erstreckte. Dieses war von einer Vielzahl von Gebirgstälern (Senkungszonen) durchzogen. Die bedeutendste Senke erstreckte sich von der Marne in Lothringen (Frankreich) bis zur Saale in Thüringen.  Als Teil davon ist das Saar-Nahe-Becken mit einer geologischen Größe von cirka 300 x 100 km zu nennen, zu dem auch das heutige Moscheltal gehört. Es enthält Ablagerungen aus dem Oberkarbon und Perm, die eine Mächtigkeit von bis zu 8.000 m haben. Die hier vorzufindenden Sandsteinschichten stammen aus der Perm-Zeit vor etwa 250 bis 300 Millionen Jahren und gehören geologisch zu dem sogenannten Rotliegend, Glan-Gruppe, Lebacher-Subgruppe, Meisenheimer Formation, Jeckenbacher Subformation. Im Verlauf der Entstehung der Gesteinseinheit Rotliegend nahm die Saar-Nahe-Senke innerhalb von rund 20 Millionen Jahren Sedimentablagerungen von bis zu 3.500 Metern Stärke auf. Zu Beginn waren diese noch stark von dem tropisch-feuchten Klima der Karbon-Zeit beeinflusst. Unsere Heimat lag nur wenige Grad nördlich des Äquators. Es bildeten sich große Seen, die teilweise durch Flüsse verbunden waren und von Süßwasserhaien, großwüchsigen Amphibien und verschiedensten Fischen besiedelt waren. Aus dieser Zeit stammen die unter den Abraumschichten sitzenden Sandsteinbänke in deutlich geschichteter Wechsellagerung von grauweißem und bräunlichem Gestein von 0,3 bis 1,5 m (meist 0,3 – 0,6 m) Mächtigkeit. Ihr Mineralbestand weist als Hauptbestandteile Quarz und Phyllosilikate, zusammen mit Kalziumkarbonat als Bindemittel der Quarzkörner, sowie Feldspat und Karbonat auf. Vereinzelt sind zwischen dem Sandsteinbänken dünne Lagen dunkelgrauer Ton- und Schluffsteine vorhanden. Neben der groben Bankung kommen bei dem geschichteten Gesteinsgefüge auch feine dunkle Lagen organischer Substanz – Reste von fossilen Pflanzen und Seebewohnern – zum Ausdruck. Große fossile Fundstellen sind in den nahen Orten Heimkirchen, Jeckenbach, Odernheim und Unkenbach zu nennen. Aber auch in Waldgrehweiler und im angrenzenden Steinbruch von Finkenbach-Gersweiler sind Funde versteinerter Farne sowie Schachtelhalme in geringer Menge vorzuweisen. Die Fossilien der zahnlosen, aalförmigen, einstachligen Süßwasserhaie (Orthacanthus senckenbergianus), die eine Größe von bis zu 3 m erreichen konnten und sich hauptsächlich von kleinen Krebsen ernährten, des 10 – 45 cm großen räuberischen Schmelzschuppenfisch (Meisenheimichthys breitenheimensis), einem Verwandten des heutigen Störs und des bis zu 1,8 m heranwachsenden Dachschädellurchs (Sclerocephalus haeuseri) sind die wohl bedeutendsten der tausenden Einzelfunde.

Mit dem Norddrift von Pangaea veränderte sich das Klima allmählich in trocken-warm. Der Lebensraum der Wasserbewohner wurde eingeengt, die Gewässer trockneten aus. Die einst in großer Vielfalt vorkommenden Farne und Schachtelhalme machten trockenliebenden Pflanzen platz, Amphibien den Reptilien. Nun nehmen auch Funde rapide ab, da der ungehinderte Luftzutritt die toten Organismen vollständig zersetzte.

Am Ende des Rotliegend war das ehemalige Beckenriff der Saar-Nahe-Senke, von dem in Unkenbach tonnenschwere Bakterien-Riffkalke ausgegraben wurden, von Sedimenten verfüllt. Das Landschaftsbild veränderte sich nachhaltig. Tektonische Bewegungen in der Erdkruste, ausgelöst durch einen Kometen- oder Asteroideneinschlag und  einem daraus resultierenden starken Vulkanismus und Gesteinsschmelzen aus der Tiefe drückten die ursprünglich horizontal angelagerten Schichten empor. Es entstand das heutige Pfälzer Bergland. Diesem Rotliegend-Vulkanismus hat die Region den bereits in der Kelten- und Römerzeit begonnenen Abbau von Mineralien, Erzen und Sandstein zu verdanken.

Doch die Vulkanausbrüche begünstigten auch das größte Artensterben der Erdgeschichte. Einzeller der Gattung Methanosarcina produzierten vor etwa 252 Millionen Jahren plötzlich so große Mengen Methan, dass sich die Erde drastisch erwärmte und die Ozeane versauerten. Als Nährstoff hätten die Organismen nach neusten Forschungen das Element Nickel genutzt, das damals gewaltige Vulkanausbrüche lieferten.

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Gemeinde Waldgrehweiler

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