Der Roßberg

Höhenwegknotenpunkt, Kult- und Bergbaustätte

Der Roßberg hat eine zentrale Bedeutung in der frühgeschichtlichen Besiedlung um Waldgrehweiler gehabt. Hier auf dem Höhenrücken, wo heute die Gemarkungsgrenzen von Nußbach, Becherbach, Gangloff und Waldgrehweiler zusammenstoßen, trafen sich schon damals wichtige Handels- und Verkehrswege.

Zwar wurden diese Höhenwege schon von Kelten und anderen Volkstämmen in der Vorzeit genutzt, jedoch haben sie die namensgebenden Römern erst richtig als Verkehrwege ausgebaut, befestigt und miteinander verbunden. Wie die Karte der wichtigsten Routen zeigt, entstand ein dichtes Wegenetz.

Hier am Roßberg treffen zwei Römerstraßen aufeinander. Bei der einen handelt es sich um die Verbindungsstraße zwischen Enkenbach-Alsenborn über Meisenheim und den Hunsrück nach Wittlich, bei der anderen um eine Nebenstraße Richtung Unkenbach/Neudorferhof als Anschluss zur  Hauptroute Metz-Bad Kreuznach-Mainz. Sie war die kürzeste Wegverbindung zwischen Metz und dem Legionslager Mainz.

Auf dem Roßberg stand zur Römerzeit ein Merkurtempel. Auch wurde ein Viergötterstein ausgegraben. Er zeigt auf einer Seite eine für solche Steine seltene Darstellung von Vulkanus mit Zange, Amboss und Hammer.

Eine große Bedeutung für die beginnende Metallverarbeitung hatte der Bergbau. Hierbei war die Nordpfalz bis ins Mittelalter und die Neuzeit von Deutung. Bodenschätze wie verschiedenste Erze, Quecksilber und Silber, aber auch Mineralien, Kohle, Ton und Kalk wurden teilweise in großen Mengen abgebaut. Die lange Bergbaubedeutung belegen die vielen Merkursymbole die uns aus der Frühzeit erhalten blieben. Merkurtempel und -altäre wie auf dem Roßberg fand man auch bei Falkenstein, Rockenhausen, St. Alban, Ransweiler, Finkenbach-Gersweiler, Feilbingert, Odernheim und Ebernburg. Alle diese Orte liegen in der Nähe der Handelswege und Bergwerke. Das lateinische Wort für Quecksilber heißt „mercurius“. Dies lässt darauf schließen, dass die Verehrung der Gottheit mit dem Bergbau in enger Verbindung steht. Römische Bergbauspuren sind für Imsbach und Finkenbach-Gersweiler nachzuweisen.

Die Bedeutung des Bergbaus hielt bis in die späteren Jahrhunderte an. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit zählten der Landsberg und Selberg bei Obermoschel, der Lemberg bei Feilbingert und der Stahlberg zu den wichtigsten Abbaustätten für Quecksilber. Dies erklärt auch, warum so viele Burgen der Region an strategisch eher unbedeutenden Stellen im Tal errichtet wurden. Sie dienten dem Schutz der Mundlöcher der geldbringenden Bergwerke.

Auch am Roßberg und in den umliegenden Gemarkungen wurde nach Quecksilber, Erzen, Mineralien, Kohle und Kalk gegraben.

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Karte der wichtigsten Römerstraßen zwischen Mosel und Rhein von Gertraud und Heinz-Egon Rösch

Zwar sind die Funde jener Zeit in der Gegend aus topographischen Gründen eher wenig, doch zeigen herausragende große Einzeldenkmäler und Fundplätze aus Kelten- und Römerzeit, das unsere Gegend damals durchaus von Bedeutung war. Dies belegen Überreste wie das Mithrasbild von  Schwarzerden, die Schmucksteine einer Römervilla an der Kirche zu Medard, das Reiterdenkmal in Schweinschied, die großen bronzezeitlichen Hügelgräber beim Neudorferhof, etliche Menhire (Hinkelsteine) und keltische Kultplätze, die Römerkeller in Boos, die römischen Steinsarkopharge von Schiersfeld, die römische Prachtvilla Bad Kreuznachs, die villa rustica von Katzenbach und Ingweilerhof oder der Vicus von Rockenhausen und Eisenberg. Auch gibt es kaum eine Gemarkung in der sich nicht Überreste ehemaliger Siedlungsstellen oder Begräbnisplätze nachweisen lassen. Nicht zuletzt sei aber das wohl bedeutendste Bauwerk, der Ringwall auf dem keltisch-römischen Donnersberg, dem höchsten Berg der Pfalz, zu nennen. Dieses Oppidum ist, mit einem rund 8,5 km langen befestigten Ringwall und einer Grundfläche von circa 240 Hektar, dass drittgrößte in Europa. Auch wenn nur etwa die Hälfte der Grundfläche dauerhaft besiedelt war, so ist es deutlich größer als die meisten mittelalterlichen Städte in Deutschland gewesen. Alleine der Bau einer solch immensen Anlage erforderte einen gewaltigen Personalaufwand. In Rheinland-Pfalz gab es vier solcher Oppida und 13 kleinere Bergfestungen, wie etwa bei Medard. Sie dienten mit ihren großen Einwohnerzahlen dem Warenumschlag und der Produktion handwerklicher Güter. Aus den Restfunden der raubgegrabenen Hügelgräber bei Obermoschel können wir durch Bernstein- und Keramikfunde Handelverbindungen bis hin zur Ostsee und dem Mittelmeerraum nachweisen.

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Rekonstruktionsversuch des Viergöttersteins vom Roßberg

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Gemeinde Waldgrehweiler

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