Kurze Ortsgeschichte

Spuren der frühen Besiedlung liefern ein jungsteinzeitlicher Einzelfund in der Gewanne „Auf dem Eschen“ und Reste einer römischen Ziegelei an der Verbindungsstraße Richtung Ransweiler. Der Ort grenzt mit seiner Gemarkung an zwei wichtige frühgeschichtliche Höhenwege (Römerstraßen) die eine Anbindung bis nach Frankreich, Mainz, Bad Kreuznach, den Hunsrück und den Kaiserslauterer Raum bieten. Der im 7. Jahrhundert als Teil des Nahegaus gegründete fränkische Ort kam 1236 in den Besitz der Grafen von Veldenz.

1387 bis 1794 war Waldgrehweiler Sitz eines Schultheißenamts. 1439 baute Nikolaus Langwirt von Simmern ein Schloss oberhalb des Kreuzungsbereichs von Haupt- und Mühlstraße, das 1525 im Bauernkrieg wieder zerstört wurde. Ab 1444 gehörte das Dorf zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Die Hofgüter im Ort teilten sich jedoch kleinere Herrschaften; von 1408 bis 1515 die Randecker, von 1515 bis 1778 die Steinkallenfelser und von 1778 bis 1792 Freiherr Gayling Altheim von Bettendorf. Den Zehnten nahmen von 1492 bis 1730 die Langwerth von Simmern ein. 1565 wurde ein Adelshof mit Asylrecht errichtet.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Waldgrehweiler zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Rockenhausen zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Waldgrehweiler dem Landkommissariat Kirchheim im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kirchheimbolanden zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Kirchheimbolanden hervorging.

Dieser fiel mit großem Protest der ersten kommunalen Gebietsreform zum Opfer, elf Gemeinden wurden den Kreis Bad Kreuznach, zwei an den Kreis Kaiserslautern abgetreten und zusammen mit Kirchheimbolanden der Donnersbergkreis ins Leben gerufen.

Die bevorstehende kommunale Gebietsreform plant den Zusammenschluss der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel – zu der Waldgrehweiler gehört – mit der Verbandsgemeinde Meisenheim (Landkreis Bad Kreuznach) und den verblieben Restgemeinden der aufzulösenden Verbandsgemeinde Bad Münster am Stein-Ebernburg zu einer großen Gebietskörperschaft und somit einen Wechsel in den Landkreis Bad Kreuznach. Die Waldgrehweilerer Bürger und ihr Rat haben bereits seit 2012 dagegen gestimmt und fordern einen Wechsel der Ortsgemeinde in die Nachbarverbandsgemeinde Rockenhausen im Donnersbergkreis.

Namensformen des „Weiler des Grafen“:

1236 Grevewilr
1237 Grevewilre
1387 Grewilre das ampt
1418, 1432 u. 1438 Grewilr
1431 u. 1435 Grewilre
1477 Grewiller
1482 Grewilr
1527 Wald-Grehweiler
1724, 1776, 1828 und 1837 Waldgrehweiler

Karte OA Meisenheim

Die Waldgrehweilerer Auswanderer

Unter den Deutschen, die insbesondere im 19. Jh. auswanderten, waren Pfälzer in großer Zahl vertreten. Religiöse Gründe, soziale Missstände, erhöhte Steuerlast, fehlende Industrie, Missernten und darauf folgende Hungerjahre waren für die Emigration ausschlaggebend. Dazu kamen Anwerbungen und Versprechungen der Länder, die Einwanderer brauchten, und Briefe bereits Vorausgezogener, denen es in der neuen Heimat gut ging. Bevorzugte Ziele waren Nordamerika und Galizien in der heutigen Ukraine. Die Auswanderungen des 19. Jahrhunderts waren besonders in unserer Region eine Massenbewegung. Die Einwohnerzahlen der Dörfer sanken, oft waren es nur die ältesten Bewohner und Familien mit kleinen Kindern, die ihre Heimat nicht verlassen wollten.

Wegen fehlender Unterlagen ist nur schwer etwas über die genaue Zahl der Auswanderer der Gemeinde Waldgrehweiler herauszufinden, jedoch dürfte sie für den Zeitraum von der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bei fast 100 Personen gelegen haben. Bei den damaligen Einwohnerzahlen (1790 250 Personen, 1871 493 Personen) dürfte dies ein deutlicher Einschnitt gewesen sein. Oft sind nur einzelne Namen bekannt, doch wanderte fast immer die gesamte Familie aus. Nur die alten Familienangehörigen, die ihren Geburtsort nicht mehr verlassen wollten und diejenigen, deren Kinder zum Ausreisen noch zu klein waren, blieben zurück; letztere folgten später oft nach. So haben sehr viele der ausgewanderten Familien heute überhaupt keine Nachfahren mehr in der Nordpfalz.

Im Finkenbacher Pfarrbuch sind folgende Einträge zu den Auswanderungen gemacht:

"1843. Die Auswanderung nach Amerika vermindert die Seelenzahl der Gemeinde. Den Auswanderern wird vor versammelter Gemeinde das H. Abendmahl gereicht, wenn sie auf See sind, wird für sie gebetet.“

„1845. Die Auswanderungen dauern fort. In den letzten 10 Jahren haben über 200 Personen die Pfarrei verlassen. Als Ursache wird genannt, weniger Nahrungsmittel, als die Hoffnung in der neuen Welt sich ein besseres äußeres Glück zu gründen."

 

„....in der neuen Welt sich ein besseres Glück zu gründen"

139px-Wappen_Waldgrehweiler1

Gemeinde Waldgrehweiler

Herzlich Willkommen